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Ursula Poznanskis_0597

Wie bist Du auf die Idee zu »Cryptos« gekommen?

Ich habe ein paar Vorträge zum Thema „Digitalisierung der Gesellschaft“ gesehen, in denen es unter anderem darum ging, dass viele Berufe in absehbarer Zeit „aussterben“ werden, weil Computer die Arbeit besser erledigen können als Menschen. Gleichzeitig könnte es dann zu einem Boom der virtuellen Unterhaltung kommen, weil die Leute sich ja irgendwie beschäftigen müssen. Es werden neue Berufe entstehen, zum Beispiel im 3D-Design – von da war es dann nur noch ein kleiner Gedankensprung zu den Weltendesignern in Cryptos.

Der zweite Anstoß zur Buchidee war ein Artikel über den Ökologischen Fußabdruck, und wie viel größer der bei Menschen in Industrieländern ist. Wie schnell er zustande kommt, wenn wir einfach nur das Leben führen, das wir für normal halten. Aber wenn man die Menschen dazu bringen wollte, nur noch ein Minimum an Energie zu verbrauchen, müsste man dafür sorgen, dass sie trotzdem nichts vermissen, sonst klappt das nicht.

Die Kombination aus beiden Gedankengängen war dann die Basis für das Buch.

In welcher virtuellen Welt aus »Cryptos« würdest Du leben wollen? Welche würdest Du nie betreten?

Ich würde mich nur sehr schwer für eine einzige entscheiden können, es wäre absolut stimmungsabhängig. In Macandor würde ich sicher ein paar Wochen verbringen, Austen fände ich sehr entspannend (Picknicks! Bälle!), und überhaupt würde es mich stark in historische Welten ziehen, denn auch, wenn es keine richtigen Zeitreisen wären, würde ich zum Beispiel gern in das Feeling des alten Rom eintauchen.

Meiden würde ich die meisten von Elsies Horrorwelten, vor allem die voller Zombies. Schon allein des Geruchs wegen.

Was würdest Du in einer Welt wie in »Cryptos«, in der sich die Bewohner überwiegend in virtuellen Welten aufhalten, vermissen?

Wenn die Welten so gut gemacht sind, dass man den Unterschied zur Realität nicht merkt, wahrscheinlich gar nichts. Jedenfalls im Alltag nicht. Aber nicht zu wissen, wo sich Verwandte und Freunde gerade aufhalten, in welcher Welt ich sie erreichen kann, wenn ich möchte – das wäre schon schwierig für mich.

Arbeitest Du schon an einem neuen Projekt?

Ja, das tue ich eigentlich immer.
Derzeit schreibe ich an meinem nächsten Thriller für Erwachsene, dem dritten Teil der „Vanitas“-Trilogie.